G E S C H I C H T E

KIRCHE >Hl. Franz Xaver< Horn

 

KIRCHE ist stets zugleich Bauwerk und Gemeinschaft von Menschen, die vor Gott versammelt ist.

KIRCHE ist ein Ort des Glaubens, der nach christlichem Selbstverständnis nicht bloß eine private Angelegenheit, sondern ein öffentliches Ereignis ist.

KIRCHEN sind geweihte, ausgegrenzte und dem alltäglichen Betrieb entzogene Räume.

KIRCHEN sind geistliche Raststätten, wo der Mensch einkehrt, um in Wort und Sakrament eine Wegzehrung zu empfangen.

 

Zeittafel zur Christianisierung und zur PFARREI HORN

 

um 612

Der hl. Gallus beginnt seine Missionstätigkeit in der Ostschweiz. In Arbon sind ein Gotteshaus und Geistliche belegt.

1155

Der Hof Horn und die Kirche Arbon werden erstmals erwähnt.

1200

Für Arbon ist ein Plebanus (Leutpriester) belegt. Die Einwohner von Horn besuchen den Gottesdienst in Arbon.

1449

Der Hof Horn und die Rechte an diesem, alles Lehen des Hochstifts Konstanz, fallen an das Kloster St. Gallen.

1463

Der Hof Horn gelangt durch Tausch an das Hochstift Konstanz zurück.

1528 ff.

Ein Grossteil der Bevölkerung von Arbon und fast alle Horner und Hornerinnen treten zur reformatorischen Bewegung über. Arbon wird zu einem Zentrum der Reformation im oberen Thurgau.

1531

Die Gegenreformation (katholische Reform) beginnt: In Arbon wird die hl. Messe wieder eingeführt. Die Bevölkerung bleibt konfessionell gespalten. Katholiken sind im Kirchspiel Arbon bevorteilt. Im 16. Jahrhundert ist Horn von rein katholischen st. gallischen Gerichtsgemeinden umgeben. In Horn leben zeitweise ausschliesslich Menschen reformierten Glaubens. Der Weg der reformierten Christen von Horn nach Arbon zur Kirche führt über den See.

1631

Horn zählt drei katholische Männer (wohl Familienvorstände)

1727

Die Schlosskapelle wird geweiht.

1732

Untergang eines Schiffs mit reformierten Kirchgängern aus Horn: 27 Todesopfer

1877

Bau der Horner Kapelle (paritätisches Gotteshaus) durch die Munizipalgemeinde Horn. Ab 1878 Beisetzungen bei dieser Kapelle (paritätischer Friedhof), und zwar durch beide Konfessionen.

ab 1896

Die Familie Lichtensteiger, Horn, fördert beide Konfessionen, vor allem aber die katholische Seite mit erheblichen finanziellen Beiträgen.

1907

Gründung der Katholischen Korporation

1910

17. April: Grundsteinlegung zum Bau der katholischen Kirche Horn nach Plänen des Architekturbüros von Albert Rimli, Frauenfeld. 24. Dezember: erster Gottesdienst in der sich noch im Rohbau befindenden Kirche

1911/12

Katholisch Horn wird Pfarrei und Kirchgemeinde.

1913

9. Juni: Weihe der katholischen Kirche

1912/13

Die ersten Pfarrverein entstehen, darunter der Mütterverein und der Katholische Männerverein (Katholischer Volksverein).

1914

In Horn findet erstmals eine Volksmission statt.

1919/20

Die Kapelle Horn wird dem reformierten Bevölkerungsteil zur alleinigen Nutzung abgetreten.

1920

Erste Pfarrinstallation auf reformierter Seite, Gründung der reformierten Kirchgemeinde.

1921

Kauf der Villa Flora (altes Pfarrhaus)

1922

Gründung des Katholischen Krankenpflegevereins (Kranken- und Wöchnerinnenpflegeverein)

1925/26

Elektrifizierung des Geläuts

1928

Das Innere der Kirche (Altarraum, Schiff, Chorbogen) wird anlässlich einer ersten Renovation ausgemalt.

1929/30

Bau der evangelischen Kirche

1932

Für die Schule Horn wird erstmals ein katholischer Lehrer gewählt.

1933

Den katholischen Haushaltungen wird erstmals ein Pfarrblatt zugestellt.

1936/37

Bau einer neuen Orgel

1946/47

Bau des neuen Pfarrhauses

1947/48

Bau des Vereinshauses

1960-1970

In diesem Jahrzehnt überholt die Zahl der katholischen Christen jene der reformierten.

1963

Die Pfarrei feiert 50 Jahre Kirchenbau (1913 – 1963).

1966/67

Kirchenrenovation. Der Raum wird purifiziert, das ursprüngliche gestalterische Konzept verändert und die Malereien von 1928 übermalt.

1994

Bau der Oase (Trakt zwischen dem alten Pfarrhaus und dem Vereinshaus)

2004

Innenrestaurierung

2007

Sanierung der Orgel

2009

Aussenrestaurierung

2010

Die Pfarrei feiert 100 Jahre Grundsteinlegung zur Pfarrkirche.

 

Zeittafel zusammengestellt von Prof. Dr. Joh. Huber, St. Gallen.